Shaz Spreadlove vs. Nico Lattermann


Das Sprühen zieht sich wie ein roter Faden, ok, sagen wir wie eine rote Outline, durch mein Leben. Schon als halbstarker Heranwachsender vollkommen dem HipHop-Virus der 90er erlegen, faszinierten mich Buchstaben und Styles mehr alles andere auf der Welt.


Das war nicht immer einfach, denn anders als heute waren legale Flächen zum Sprühen rar gesät und Graffiti als Kunstform noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Doch das hielt mich nicht ab…der Geruch von Sprühlack, die Liebe zu Wildstyles und der Kick beim Katz-und-Maus-Spiel mit der Ordnungsmacht waren damals einfach zu stark.


Doch so romantisch das klingen mag, bedeutete dieses Ausleben meiner Leidenschaft auch die Schattenseiten kennenzulernen.

Mein Hobby hat mir in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter ziemlich viel Ärger bereitet. Geldstrafen, Sozialstunden, Streit mit den Eltern, Hausdurchsuchungen und stundenlange Verhöre bei der Polizei.

Klingt weniger romantisch, oder? Erkannte ich dann auch und ebenso, dass es mir irgendwann nicht mehr um die ausschließliche Anerkennung in der Subkultur, als vielmehr um meinen Ausdruck in der bunten Welt der Gestaltung ging. So blieb ich trotz aller anfänglichen  Widrigkeiten meiner großen Liebe treu….bis heute!


Dabei führte mich mein Weg in den letzten 20 Jahren quer durch Deutschland und Europa, wo meine Bilder an unzähligen Wänden zu finden sind. Doch mit fortschreitendem Lebensalter wuchs auch der künstlerische Eigenanspruch - ausschließlich meinen Namen sprühen erscheint mir deshalb heute viel zu banal und so ergänzte ich meinen Graffitinamen um einen Slogan. Dies erschien mir allgemein greifbarer und repräsentiert meinen Anspruch an die Gesellschaft auch stärker, empfinde ich diese Welt mit ein wenig mehr "miteinander" doch als anstrebenswert. So kam es auch, dass ich heute alleine und gemeinsam mit bekannten Szenegrößen fotorealistische Kunstwerke realisiere, die zum Nachdenken anregen, teils Missstände anprangern, manchmal auch lediglich die Schönheit des Lebens darstellen und dabei immer eine klare Message verbreiten: Spreadlove!


Trotz Studium der sozialen Arbeit und sicherer Anstellung im Öffentlichen Dienst habe ich mich deshalb im Jahr 2022 dazu entschieden, meine bisherige hauptberufliche Profession neu auszurichten und vollends meiner Leidenschaft zu folgen. Mein Ziel ist es diese Welt und diese Gesellschaft mit meinen Bildern und Werken ein wenig bunter und schöner zu machen und bislang hat dies bei Freunden, Kunden und Kunstsammlern im Ergebnis immer ein Lächeln hervorgerufen - was gibt es schöneres!


Insofern... 


SPREADLOVE!


Ihr Nico Lattermann